Eine Revolution ohne Tanzen, ist eine Revolution die sich nicht lohnt!

Montag, 5. September 2011

18.08. - 04.09.11; "Kreisel"

Ich liege gerade bei Hündchen auf meinem Bett, werde von der roten Samtdecke erdrückt, der PC läuft laut, und ich bin glücklich, wie schon lange nicht mehr. Ist das Betrug? Tag 1, 23:10 Uhr.

Wow, wie real das ist. Die Fliesen sind kalt, das Wasser wässrig, und das Radio manchmal rauschend... Tag 3, 03:02 Uhr.

Nach dem Zähneputzen, im Türrahmen der Küche sitzen, die Tür ist geschlossen, Klospülung... Tag 4, 00:22 Uhr. Anmerkung: Hündchen singt unter der Dusche, während ich Paprika für den Salat schneide. Weiterhin bin ich glücklich!

Glugerndes Wasser, Wasch-Lotion, spülende Spülung, schönes Hündchen! Glitschiger Fisch-fetter-Spinnen-töte-Hund! Tag 5, 01:14 Uhr. Anmerkung: Liebstes, und schönstes bellendes Tier und ich wollen einkaufen gehen, auf eben jenes warte ich. Die Spülmaschine läuft seit ungefähr einer dreiviertel Stunde, man kann sie nicht überhören. Fliesen sind kalt, Licht für die Treppen zu Hündchens-Reich leuchtet voller Elan auf das Kordellband rechts am "Geländer". Meine Gedanken kreisen zwar, aber ich kann sie einschließen, und so von mir fern halten. Was KÖNNTEich schon mit Worten 500 km und ca. 5-6 Stunden entfernt verändern? Vorallem OHNE Internet und Telefon... Hündchens Kopf ist auf meiner Schulter, ihr Körper an meinem, es ist die perfekte Wirklichkeit, für die ich alle töten würde, die sich mir in den Weg stellen!

"Eine wandelnde Enzyklopädie der Merkwürdigkeiten" - Hündchen, Supernatural, Fleisch, Gämmeln, Mineralwasser, Erdbeer-Marmelade: unendlich glücklich! Tag "6", 23:14 Uhr. Anmerkung: Hündchen zieht sich für mich aus! Ich liebe sie!

Ich habe alles in allem, das "perfekte Glück" gefunden... Doch leider lebt dieses 500 km von mir entfernt. Tag 7, 06:34 Uhr.

Clueso - Chicago. Wenn du das findest, was dich komplett erfüllt, du es aber nicht "besitzen" kannst, weil es einfach mal viel zu zweit weg ist, könntest du dich selbst dafür ohrfeigen, das du dies alles zugelassen, und es nicht vorher beendet hast. Denn wenn du wieder zu Hause bist, wäre es eventuell so, das du in leichte "Depressionszustände" verfällst, und nicht wahrhaben möchtest, das du dieses "vollkommene" Leben NIE führen kannst. Mit einem "I was born in this junkyard!", gehen wir dann schlafen, mit leichter Erheiterung, und dem "Ist das jetzt wirklich passiert?"-Gefühl... Das Leben ist scheiße! Ob mit, oder ohne Cola. Oder Zero. Tag 8, 03:21 Uhr.

Immer das, was gut ist, ist weit weg! Tag 9, 13:55 Uhr.

Das Internet hat beschlossen, uns wieder zu besuchen, mein "normales" Leben holt mich ein, und ich will nicht zurück nach Bayern! Tag 10, 13:00 Uhr.

Unter dem Tisch habe ich mir was verzogen, mein Nacken schmerzt! Tag 11, 00:40 Uhr. Anmerkung: Ist es normal, dass man im Klo über den Sinn des Lebens nachdenken will? Auf dem kalten Fußboden, mit den weißen Fliesen?

Ich vermisse ihn. Und irgendwie mag ich ihn. Mag ich ihn sehr, obwohl er eh nur ein "besoffenes Stück" ist. Um kurz vor 3 Uhr, mit 6 wundervollen Menschen am Kanal zu liegen, in 3 Tausend Decken eingemümmelt zu sein, ist toll! Tag 12, 05:10 Uhr.

Ich bin ein wenig betrunken, glücklich, und der Fußboden dreht sich. Irgendwie. Alle tollen Menschen sind da, gefällt mir sehr! Tag 14, 21:27 Uhr.

Alles was ich sagen konnte, war „Hey!“. Tag zu spät, 18:54 Uhr.

1 Kommentar:

  1. Jetzt kommen all die schönen und auch traurigen Erinnerungen wieder hoch.
    Der beste Sommer meines Lebens und der aufregendste überhaupt.
    Ein einziges Spektakel, bis zu dem Tag an dem es enden musste und man weinend und lachend am Bahnhof stand, Insider austauschend, um nicht komplett die Fassung zu verlieren und weil es eben so schön war. So schön und lustig.
    Und es ist wie meine Mutter sagte: Diesen Sommer wirst du nie vergessen.
    Der Sommer in dem ich achtzehn wurde.

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